Förderverein für klima- und umweltverträgliche Mobilität

Projekte

pop-up modul – Das ökologische Straßenmöbel für klimagerechte Mobilität

Der Förderverein kuumo und Bauwerk Schwarzwald entwickeln ein nachhaltiges Standardmodul für Mobilitätsstationen - klimafreundlich und flexibel

Mit dem Ziel, bis zum Ende des Jahrzehnts die Fahrgastzahlen zu verdoppeln, hat sich die neue baden-württembergische Landesregierung vorgenommen, den ÖPNV besonders auf dem Land attraktiv zu machen. Das Verkehrsministerium plant eine landesweite Mobilitätsgarantie zwischen 5:00 und 24:00 Uhr. Bis zum Ende der Legislaturperiode soll der ländliche Raum zu den Hauptverkehrszeiten mindestens halbstündlich und in den Randzeiten stündlich angebunden sein. Diese Garantie, so steht es im Koalitionsvertrag, soll „im Dialog mit den kommunalen Partnern“ eingelöst werden.

Doppelt so viele ÖPNV-Nutzer, das bedeutet, dass die Kommunen eine komfortable und barrierefreie Infrastruktur zur Verfügung stellen müssen. Die zugige Haltestelle an der Landstraße ohne Sitzbank, Dach und Beleuchtung lockt niemanden hinter dem eigenen Kühlerhaube hervor. Bus- und Bahnhaltestellen werden zu Umsteigestationen zwischen überörtlichen und örtlichen Angeboten, unter ihnen Verkehrsmittel der geteilten Mobilität, also Mitfahrgelegenheiten, Leih-Pedelecs, Lastenräder oder Carsharing-Autos, um die „letzte Meile“ bis zur Haustür oder besonderen Transportbedarf abzudecken. Diese Mobilitätsstationen spielen dabei eine besondere Rolle. Tausend von ihnen sollen nach dem Willen der Landesregierung im ganzen Land entstehen. Überall, wo drei oder mehr Transportmodalitäten miteinander verknüpft werden, spendiert das Verkehrsministerium eine Mobilitätssäule dazu.

Somit wird in den kommenden Jahren ein großer Bedarf an Fahrgastunterständen, Abstell- und Verleihanlagen mit hoher Aufenthaltsqualität und Internetanbindung prognostiziert. Gemeinsam mit dem Verein Bauwerk Schwarzwald e.V. entwickelt kuumo jetzt den Aufenthaltsstandard für Mobilitätsstationen. Die einzelnen Module, aus denen sich Mobilitätsstationen zusammensetzen, nennen die beiden Partner pop-up modul. Diese bieten an den Transitzonen von einem Verkehrsmittel zum anderen Schutz vor Witterungseinflüssen, Sicherheit und aktuelle Informationen zum Verkehrsangebot. Vor allem aber ist ist das pop-up modul durch sein ansprechendes und regionaltypisches Design überall wiedererkennbar. Derzeit wird am endgültigen Design des pop-up modul gearbeitet. Die Ideen dazu lieferte ein Wettbewerb an der Friedrich-Weinbrenner Gewerbeschule Freiburg.

Der ersten beiden Klienten der beiden Vereine sind die Verkehrs AG (VAG) Freiburg, die Verkehrsgesellschaft der Südbaden-Metropole und die Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg (PBW).

Die ersten Stationen, ein Buswartehäuschen und eine Fahrradabstellanlage, sollen im Frühjahr 2022 produziert und Anfang Juli 2022 in einem Freiburger Stadtteil und an der Hochschule Offenburg aufgestellt werden. Beide Modelle bestehen aus einem Rahmenbauwerk aus nachhaltig produziertem Holz, das unter durch weitestgehenden Verzicht auf chemische Holzkonservierung auch grundwasserfreundlich ist. Das pop-up modul hat eine Solaranlage auf dem Dach, die für Beleuchtung sorgt und zugleich den Betrieb eines WLAN und von USB-Ladebuchsen für Handys ermöglicht. Der Vorteil für die Gemeinden: Das pop-up-up modul braucht weder Fundament noch Stromanschluss. Für dieses Projekt wurde ein Förderantrag beim badenova Innovationsfonds gestellt.

„Mit Bauwerk Schwarzwald planen wir schon länger einheitliche und regionaltypische Mobilitätsstationen“, so Michael Dutschke, Geschäftsführer von kuumo. Die Projektidee, flexibel aufstellbare modulare Mobilitätsstationen aus Holz zu erstellen und diese als Dienstleister für Kommunen zu betreiben, so erläutert er, entstand im Zusammenhang des EU-Förderprojekts „Menschliche Mobilität am Südlichen Oberrhein/Hochrhein (MeMo-SOHO)“, das durch die Landesregierung Baden-Württemberg als RegioWIN-Schlüsselprojekt ausgezeichnet wurde.

(Beispiel-Design: © André Stocker)

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